Ein Etikett. Mehrere Informationen.
London Dry beschreibt eine Herstellungsart. New Western beschreibt vor allem einen geschmacklichen Ansatz. Navy Strength spricht über die Stärke, Barrel Aged über die Fassreife. Diese Begriffe beantworten also verschiedene Fragen – und können sich überschneiden. Wer sie auseinanderhält, findet leichter eine Flasche, die zu den eigenen Vorlieben passt.
London Dry: klare Regeln, viele Charaktere
London Dry muss nicht aus London kommen. In der EU ist London Gin eine geregelte Kategorie: Die Aromen stammen aus der gemeinsamen Destillation mit natürlichen pflanzlichen Zutaten; Farbstoffe sind ausgeschlossen, die Süßung ist auf höchstens 0,1 Gramm pro Liter begrenzt. Wacholder bleibt prägend. Das heißt aber nicht, dass jeder London Dry gleich schmeckt. Zitrus, Kräuter und Gewürze können sehr unterschiedliche Akzente setzen. Ein guter Ausgangspunkt zum Vergleichen ist Beefeater; daneben lohnt sich ein Blick auf Tanqueray.
Quelle ↗Dry Gin und Distilled Gin: trocken ist keine Geschmacksfarbe
„Dry“ sagt etwas über die geringe Süßung aus, nicht darüber, ob du Zitrone oder Blüten riechst. „Distilled Gin“ verweist auf die Herstellung durch Destillation mit Wacholder und weiteren Botanicals. Zusätzliche Aromatisierung ist innerhalb dieser Kategorie möglich. Reines Vermischen von Alkohol und Aromen reicht für die Bezeichnung Distilled Gin nicht aus. Eine floral wirkende Flasche kann also trocken sein – und ein kräftiger Wacholdergin muss nicht scharf schmecken.
Quelle ↗New Western: die Botanicals rücken zusammen
New Western, Contemporary oder modern: Dahinter steht keine eigene EU-Gin-Kategorie. Gemeint sind Gins, in denen neben Wacholder andere Botanicals besonders deutlich mitsprechen. Der Aviation-Mitgründer Ryan Magarian beschrieb diesen Ansatz als neue Balance. Das ist kein Freibrief für Gin ohne Wacholder: Die gesetzlichen Anforderungen gelten weiterhin. Aviation ist ein anschauliches Beispiel; seine Rezeptur nennt unter anderem Lavendel, Kardamom und Orangenschalen. Für eine weitere moderne Interpretation lohnt sich Hendrick’s.
Quelle ↗Plymouth: ein Name mit eigener Geschichte
Plymouth begegnet dir häufig in Aufzählungen klassischer Gin-Stile. Für deine Auswahl lohnt sich der Blick auf die konkrete Flasche: Plymouth Original wird laut Hersteller seit 1793 in der Stadt Plymouth hergestellt. Der Name ist keine allgemeine Abkürzung für „mild“. Vergleiche das Original mit einem London Dry und achte darauf, wie sich Wacholder, Zitrus und würzige Noten im Glas verteilen.
Quelle ↗Old Tom: die rundere historische Richtung
Old Tom steht gewöhnlich für einen runderen, häufig gesüßten Gin-Stil, der eng mit klassischen Cocktails verbunden ist. Hayman’s Old Tom ist ein typisches Beispiel. Achtung beim Flaschennamen: Unser Hayman’s London Dry ist eine andere Abfüllung und kein Old Tom. Einen Old Tom führen wir derzeit nicht im regulären Sortiment. Frag uns gern nach deinem Wunschset.
Quelle ↗Navy Strength: mehr Stärke, kein einheitliches Aroma
Bei Navy Strength geht es um einen höheren Alkoholgehalt. Häufig begegnen dir 57 % vol., zum Beispiel bei Plymouth Navy Strength. Die konkrete Angabe auf der Flasche zählt: KI NO BI SEI wird mit 54,5 % vol. angeboten. Unser Plymouth Original ist dagegen nicht die Navy-Abfüllung. Stärke allein verrät weder Qualität noch die Geschmacksrichtung. Für einen Vergleich mit Tonic lohnt es sich, die Dosierung bewusst anzupassen.
Quelle ↗Barrel Aged: wenn das Fass mitredet
Bei fassgereiften Gins kommen zu den Botanicals Einflüsse des Holzes und der Vorbelegung hinzu. Wie deutlich sie wirken, hängt vom Fass und der Reifezeit ab. Ein passendes Beispiel bei unseren Besonderheiten ist KI NO BI Edition K · 5 Years. Dieses Set gibt es auf Anfrage. „Fassgereift“ bedeutet übrigens nicht automatisch süß. Und auf dem EU-Markt wird fassgereifter Gin nicht als London Dry eingeordnet.
Quelle ↗Sloe, Pink und Frucht: genau hinschauen
Sloe Gin ist trotz seines Namens eine eigene Likörkategorie mit Schlehen. Pink Gin beschreibt dagegen nicht automatisch eine bestimmte Rezeptur oder Süße. Farbe allein ist deshalb kein verlässlicher Geschmacksführer. Unser ZEITZ Pink Ginderella ist eine pinke Gin-Interpretation – kein Sloe Gin. Bei Fruchtgins lohnt sich immer die Frage: Kommt die Frucht aus der Destillation, einer späteren Aromatisierung oder einer Likörzubereitung?
Quelle ↗Und Genever? Ein Verwandter mit eigener Identität
Genever gehört zur Vorgeschichte des Gins und ist bis heute eine eigenständige Spirituose. Ihn einfach als weiteren modernen Gin-Stil zu behandeln, würde seiner Tradition nicht gerecht. Mehr dazu liest du in unserer Geschichte des Gins. Genever haben wir derzeit nicht als regulären Artikel im Shop. Wünsche nehmen wir gern über die Kontaktseite auf.
Unser Tipp: nach Geschmack weitersuchen
Ein Stilname ist ein guter Anfang. Für dein Geschenk zählt am Ende, was jemand gern im Glas hat: klarer Wacholder, frische Zitrusnoten, Blüten oder Kräuter. Nutze unseren Geschmacksfinder, um deine Richtung zu entdecken. Die Produkte unter den Abschnitten führen direkt zu unseren Gins und den dazugehörigen Set-Möglichkeiten.
Quellen & Einordnung
Recherchiert am 21.10.2026. Herstellungsbegriffe beziehen sich auf den EU-Markt; Stilbeschreibungen sind keine Qualitätsrangfolge. Die Shop-Links sind unsere redaktionelle Auswahl.
Beefeater London Dry
Tanqueray London Dry
Hendrick’s Gin
Aviation American Gin
Plymouth Original Strength
KI NO BI SEI
KI NO BI Edition K · 5 Years
Pink Ginderella