Wie alt ist Gin eigentlich?

Eine einzelne Jahreszahl wäre bequem. Sie würde aber mehrere Geschichten zusammenwerfen: die von frühen Wacholderdestillaten, die des niederländischen Genevers und die des englischen Gins. Die Wurzeln reichen mehrere Jahrhunderte zurück. Der trockene Gin, den viele heute mit dem Namen verbinden, entwickelte sich deutlich später. Gin hatte gewissermaßen eine lange Kindheit, bevor er so im Glas stand, wie wir ihn kennen.

Vor Gin kam der Wacholder

Wacholder wurde schon lange vor dem modernen Gin in alkoholischen Zubereitungen verwendet. Die Gin Guild nennt ein Destillationsbuch von 1476 mit einem Wacholderdestillat und weitere Rezeptüberlieferungen um 1500. Diese frühen Zubereitungen entstanden in einer Welt, in der Destillation und die damalige Arzneikunde eng verbunden waren. Sie waren nicht einfach frühere Versionen einer heutigen London-Dry-Flasche.

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Die niederländische Spur: Genever

In den Niederlanden entwickelte sich Genever zu einer eigenständigen Tradition. Anders als viele heutige Gins kann er deutlich vom malzigen Grunddestillat geprägt sein. Bols führt seine Unternehmensgeschichte auf 1575 in Amsterdam zurück. Dieses Datum ist ein historischer Anker für ein Unternehmen – kein Beweis, dass damals jemand den allerersten Gin erfunden hat. Genever existiert bis heute neben Gin, mit eigenem Charakter und eigener Kultur.

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Wer hat den ersten Gin gemacht?

Das lässt sich keiner einzelnen Person belastbar zuschreiben. Oft fällt der Name Sylvius. In den Erzählungen werden dabei sogar verschiedene historische Personen vermischt. Difford’s Guide weist darauf hin, dass Wacholderspirituosen und schriftliche Hinweise älter sind als die verbreiteten Erfinderzuschreibungen. Deshalb erzählen wir die Geschichte lieber als Entwicklung: Viele Brenner, Rezepturen und Handelswege trugen dazu bei. Ein berühmter Name ersetzt keinen eindeutigen Erstbeleg.

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Wie Gin in England groß wurde

Im späten 17. Jahrhundert gewann Gin in England stark an Bedeutung. Wilhelm von Oranien bestieg 1689 den englischen Thron; Handelskonflikte mit Frankreich und die Förderung heimischer Destillation begünstigten die Entwicklung. Aus dem niederländischen Einfluss entstand eine eigene englische Trink- und Brennkultur. Der Boom hatte eine dunkle Seite: Im 18. Jahrhundert wurde billiger Gin zum sozialen Problem. Mehrere Gin Acts versuchten, Herstellung und Verkauf stärker zu regulieren. Der Gin Act von 1751 gehört zu den bekannten Wendepunkten.

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Vom kräftigen Brand zum trockenen Klassiker

Im 19. Jahrhundert verbesserten sich die Möglichkeiten, neutralen Alkohol zu erzeugen. Dadurch konnten Botanicals präziser zur Geltung kommen; der London-Dry-Stil gewann an Kontur. Was heute wie eine feste Tradition wirkt, war also selbst einmal eine Weiterentwicklung. Wenn du diese klassische Richtung kennenlernen möchtest, sind Beefeater und Tanqueray zwei passende Startpunkte in unserem Sortiment.

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Beefeater London Dry im GG-LookBeefeater London DryGin & Set entdecken ↗Tanqueray London Dry im GG-LookTanqueray London DryGin & Set entdecken ↗

1793, Plymouth – und ein Blick ins Glas

Nicht jede traditionsreiche Flasche erzählt dieselbe Geschichte. Plymouth führt seine Herstellung am heutigen Ort auf 1793 zurück. Das macht den Gin zu einem interessanten Begleiter für diesen kleinen Ausflug in die Vergangenheit. Es bedeutet aber nicht, dass Plymouth der erste Gin überhaupt war. Solche Unterschiede machen Markengeschichten oft spannender als ein einfacher Superlativ.

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Plymouth Original Strength im GG-LookPlymouth Original StrengthGin & Set entdecken ↗

Die nächste Geschichte schreiben die Botanicals

Die jüngere Gin-Welt ist voller neuer Akzente: florale, mediterrane, zitrische oder regional geprägte Interpretationen. Aviation macht beispielsweise Lavendel und Orangenschalen zu Teilen seiner botanischen Handschrift. Das lädt dazu ein, Gin nicht nur nach Herkunft und Jahreszahl zu entdecken, sondern auch nach seinem Profil. Einen Überblick findest du in unserem Artikel London Dry, New Western & Co.

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Aviation American Gin im GG-LookAviation American GinGin & Set entdecken ↗

Eine Flasche. Viel Gesprächsstoff.

Vielleicht ist genau das eine schöne Eigenschaft eines Gin-Geschenks: Man kann beim ersten Glas über Kräuter sprechen, beim zweiten Blick aufs Etikett über eine Destillerie – und irgendwann über die Menschen, denen man eine Freude machen möchte. Unsere Sets verbinden eine ausgewählte Flasche mit deinem Wunsch-Tonic und Platz für persönliche Worte. Entdecke unsere Gin-Tonic-Geschenksets.

Quellen & Einordnung

Recherchiert am 21.10.2026. Herstellungsbegriffe beziehen sich auf den EU-Markt; Stilbeschreibungen sind keine Qualitätsrangfolge. Die Shop-Links sind unsere redaktionelle Auswahl.

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